Ein brauchbares Backup umfasst Datenbank und Dateien, liegt außerhalb des Servers, auf dem die Website läuft, und wurde mindestens einmal testweise zurückgespielt. Die drei Fragen, die vorher zu beantworten sind: Wie viel Datenverlust ist tragbar, wie lange darf die Wiederherstellung dauern, und wer macht sie.
Backups, die im Ernstfall funktionieren: Drei Fragen vorher
Das Wichtigste in Kürze
- Datenbank und Dateien gehören zusammen – ein Datenbank-Backup allein stellt keine Website wieder her.
- Ein Backup auf demselben Server ist kein Backup: Serverausfall, Verschlüsselung und Löschung treffen beides.
- Die Wiederherstellung muss einmal geprobt worden sein, sonst ist unbekannt, ob sie funktioniert.
- Technische Maßnahmen zur Sicherheit der Verarbeitung sind nach Art. 32 DSGVO verlangt – Verfügbarkeit gehört ausdrücklich dazu.
Backups sind die Maßnahme, bei der der Abstand zwischen „vorhanden“ und „funktioniert“ am größten ist. Fast jede Website hat irgendeine Form von Sicherung. Ein Bruchteil davon wurde jemals zurückgespielt.
Die drei Fragen vor der Technik
Welches Verfahren richtig ist, ergibt sich aus drei Antworten – und die hat niemand im Kopf, bevor sie einmal ausgesprochen wurden.
1. Wie viel Datenverlust ist tragbar?
Bei einer Unternehmenswebsite mit monatlichen Änderungen: ein Tag, vielleicht eine Woche. Bei einem Shop mit laufenden Bestellungen: Minuten. Diese Antwort bestimmt die Häufigkeit – nicht eine allgemeine Empfehlung.
2. Wie lange darf die Wiederherstellung dauern?
Ein Backup, das in der Cloud eines Anbieters liegt und nur über ein Support-Ticket zugänglich ist, kann einen Tag brauchen. Wenn die Website in dieser Zeit stillsteht, ist das eine Entscheidung – sie sollte bewusst getroffen sein.
3. Wer macht es?
Die Antwort „der Dienstleister“ ist nur brauchbar, wenn dort jemand weiß, dass er zuständig ist, und erreichbar ist, wenn es passiert. Sonst gehört der Ablauf dokumentiert – wo liegt das Backup, wie kommt man dran, was sind die Schritte.
Was gesichert werden muss
| Was | Warum | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Datenbank | Enthält Inhalte, Einstellungen, Benutzer, Bestellungen | Nach Änderungsfrequenz |
| Upload-Verzeichnis | Bilder und Dokumente – nicht in der Datenbank | Wie oben |
| Theme und eigene Anpassungen | Lassen sich nicht nachbauen | Bei Änderung |
| Plugin-Verzeichnis | Versionsstand, der funktioniert hat | Seltener, vor Updates |
| Serverkonfiguration und Weiterleitungen | Nach einem Umzug sonst verloren | Bei Änderung |
| DNS-Einträge als Notiz | Im Ernstfall nicht aus dem System ablesbar | Bei Änderung |
Die beiden letzten Zeilen stehen in keiner Plugin-Beschreibung und sind die, die nach einem Vorfall am meisten Zeit kosten. Beides gehört in eine Textdatei neben das Backup – die Begründung dazu steht in Serverumzug und DNS und Weiterleitungen.
Wohin das Backup gehört
Nicht auf denselben Server. Das ist die Regel, gegen die am häufigsten verstoßen wird, weil es die bequemste Einstellung ist.
Die Szenarien, gegen die ein Backup schützen soll, treffen den Server mit:
- Serverausfall oder Datenverlust beim Anbieter.
- Verschlüsselung durch Schadsoftware – die betrifft erreichbare Verzeichnisse, einschließlich des Backup-Ordners.
- Versehentliche Löschung oder ein fehlgeschlagenes Update.
- Gesperrter Zugang nach einer Zahlungs- oder Vertragsfrage.
Brauchbar ist deshalb die Kombination: das Backup des Hosters als erste Linie, dazu eine eigene Kopie an einem anderen Ort. Was der Anbieter dabei ohnehin leistet, gehört zur Auswahl – siehe Hosting für kleine Unternehmen.
Der Test, der aus einer Vermutung eine Sicherung macht
Einmal im Jahr, eine Stunde:
- Aktuelles Backup herunterladen.
- In einer Testumgebung einspielen – nicht auf der Produktivseite.
- Startseite und zwei Unterseiten aufrufen.
- Im Backend anmelden.
- Ein Formular absenden.
- Notieren, wie lange es gedauert hat.
Was dabei regelmäßig auffällt: Die Datenbank ist da, die Bilder fehlen. Oder die Datei ist vorhanden, aber unvollständig, weil der Export in ein Zeitlimit gelaufen ist. Beides bemerkt man nur so.
Punkt sechs ist für Frage zwei oben: Erst wenn die Dauer bekannt ist, lässt sich beurteilen, ob sie akzeptabel ist.
Der rechtliche Rahmen
Art. 32 DSGVO verlangt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zur Sicherheit der Verarbeitung, wobei die Verfügbarkeit der Daten ausdrücklich zu den Schutzzielen gehört. Für eine Website mit Formulardaten, Kundenkonten oder Bestellungen ist eine funktionierende Sicherung damit nicht nur eine Betriebsfrage.
Der Gegenpunkt gehört dazu: Ein Backup enthält alle personenbezogenen Daten der Website. Es gehört verschlüsselt, zugriffsbeschränkt und mit einer begrenzten Aufbewahrungsdauer – ein Archiv aus fünf Jahren Backups ist ein Datenbestand, den niemand geplant hat. Die weiteren Überlegungen dazu stehen in Webanalyse und DSGVO.
Das ist keine Rechtsberatung; die Ausgestaltung gehört fachlich geprüft.
Der Moment, in dem es am wichtigsten ist
Vor Änderungen. Ein Backup unmittelbar vor einem Plugin-Update, einer PHP-Umstellung oder einem Relaunch ist die billigste Versicherung überhaupt – und der Punkt, an dem die automatische Sicherung vom Vortag nicht reicht, weil zwischendurch gearbeitet wurde.
Praktisch heißt das: Die Startbereitschaftsliste aus Website-Relaunch und SEO beginnt mit einer Sicherung, und die Absicherung des laufenden Betriebs steht in WordPress-Sicherheit.
Häufige Fragen
Als Grundlage oft ja, als einziges nein. Hoster-Backups haben begrenzte Aufbewahrung, sind manchmal nur über Support wiederherstellbar und helfen nicht, wenn du den Anbieter wechselst oder der Zugang gesperrt ist. Eine eigene Kopie außerhalb ist die Ergänzung, nicht der Ersatz.
So oft, wie Arbeit anfällt, die man nicht wiederholen will. Eine Website, die monatlich einen Artikel bekommt, braucht keine stündliche Sicherung. Ein Shop mit Bestellungen braucht sie. Die Frage lautet nicht "wie oft ist gut", sondern "wie viel Verlust ist tragbar".
In einer Testumgebung, nicht auf der Produktivseite. Backup einspielen, Startseite und zwei Unterseiten aufrufen, einmal im Backend anmelden, ein Formular absenden. Wenn das funktioniert, ist das Backup brauchbar.
Quellen
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 32 – Sicherheit der Verarbeitung (abgerufen am 14.10.2026)
- WordPress Dokumentation: Backups (abgerufen am 14.10.2026)
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