SEO

Interne Verlinkung: der Hebel, der nichts kostet

Interne Verlinkung bezeichnet Verweise zwischen den Seiten der eigenen Website. Sie führt Suchmaschinen zu neuen Seiten, verteilt Gewicht auf die wichtigen Seiten und beschreibt über den Ankertext, worum es auf der Zielseite geht. Es ist die einzige SEO-Maßnahme, die vollständig in eigener Hand liegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede Seite sollte von mindestens zwei anderen Seiten aus erreichbar sein.
  • Links aus dem Fließtext wiegen schwerer als Menülinks, die auf jeder Seite stehen.
  • Der häufigste Fehler: Der neue Artikel verlinkt alte Seiten, aber niemand verlinkt zurück.
  • Verwaiste Seiten findest du kostenlos über Search Console → Links → Interne Links.

Der Hebel, der nichts kostet

Interne Verlinkung ist die einzige Maßnahme im SEO, bei der du vollständige Kontrolle hast. Externe Links musst du verdienen, Rankings entscheidet Google, Wettbewerber kannst du nicht steuern. Welche deiner Seiten auf welche andere verweist, bestimmst ausschließlich du.

Entsprechend selten wird daran gearbeitet. Die meisten Websites verlinken intern so, wie es sich über Jahre ergeben hat: das Menü, ein paar Links im Fließtext, fertig.

Drei Dinge, und alle drei sind messbar:

Sie führen Suchmaschinen zu neuen Seiten

Eine Seite, auf die keine andere verlinkt, ist verwaist. Google erfährt allenfalls über die Sitemap von ihr – und eine Sitemap ist ein Hinweis, keine Empfehlung. Verwaiste Seiten landen regelmäßig unter „Gefunden, zurzeit nicht indexiert“. Siehe Indexierung.

Sie verteilen Bedeutung

Links geben Gewicht weiter – auch interne. Eine Seite, auf die von zwanzig Stellen der Website verwiesen wird, gilt innerhalb dieser Website als wichtig. Das ist die Aussage, die du selbst treffen kannst.

Sie sagen, worum es geht

Der verlinkte Text beschreibt das Ziel. „Mehr dazu unter Core Web Vitals“ ist eine Aussage über die Zielseite. „Hier klicken“ ist keine.

Die Struktur, die funktioniert

Das verbreitete Modell heißt Themencluster und ist einfacher, als der Name klingt:

RolleWas es istVerlinkt auf
HauptseiteUmfassende Seite zum OberthemaAlle Unterseiten des Themas
UnterseitenJe ein Teilaspekt in der TiefeZurück auf die Hauptseite und auf verwandte Unterseiten

Praktisch heißt das: Eine Seite zum Thema SEO, darunter je eine Seite zu Keyword-Recherche, Suchintention, Technik, Backlinks. Jede Unterseite verweist auf die Hauptseite zurück und auf die zwei bis drei verwandtesten Nachbarn.

Das Ergebnis ist eine erkennbare thematische Einheit statt einer Sammlung von Einzelseiten. Und es macht Navigation für Leser besser, was der eigentliche Punkt ist.

Wie du Ankertexte formulierst

SchlechtBesserWarum
hier klickenwie die Keyword-Recherche abläuftSagt, was einen erwartet
mehr erfahrenwelche Ladezeiten Google erwartetBeschreibt das Ziel
diesen Artikelunser Leitfaden zur SuchintentionEnthält das Thema
SEO Agentur SEO BeratungSEO-BeratungNatürlich statt gestopft

Die Regel dahinter: Der Ankertext soll aus dem Satz heraus lesbar sein. Wenn er sich wie ein eingebauter Suchbegriff anfühlt, ist er einer.

Variation ist dabei kein Problem, sondern normal. Dieselbe Zielseite darf von verschiedenen Stellen mit verschiedenen Formulierungen verlinkt werden – so schreiben Menschen.

Die vier häufigsten Fehler

  1. Nur aus dem Menü verlinken. Menülinks stehen auf jeder Seite und sagen dadurch wenig aus. Ein Link aus dem Fließtext eines thematisch passenden Artikels wiegt schwerer.
  2. Nur von neu nach alt. Der neue Artikel verweist auf die alten – aber niemand geht zurück und verlinkt die alten auf den neuen. Genau dort fehlt die Wirkung, denn die alten Seiten haben bereits Gewicht.
  3. Verwaiste Seiten übersehen. Jede Seite sollte von mindestens zwei anderen erreichbar sein.
  4. Alles auf die Startseite. Die Startseite hat ohnehin die meisten Links. Gewicht gehört auf die Seiten, die verkaufen oder erklären.

Verwaiste Seiten finden, ohne Werkzeug

Es braucht keine Software. Zwei Listen vergleichen:

  1. Alle vorhandenen Seiten. Aus deiner XML-Sitemap oder der Seitenübersicht in WordPress.
  2. Alle intern verlinkten Seiten. Über die Search Console: Links → Interne Links. Dort steht je URL, wie oft sie intern verlinkt ist.

Was in Liste eins steht und in Liste zwei ganz unten, ist das Problem. Besonders verräterisch: Seiten mit genau einem internen Link – das ist meist der Eintrag im Blogarchiv, also gar keine redaktionelle Entscheidung.

Eine Routine, die sich hält

Der Grund, warum interne Verlinkung verfällt, ist fehlende Gewohnheit. Diese vier Schritte lassen sich in den Redaktionsablauf einbauen:

  • Beim Veröffentlichen: Drei bestehende Seiten suchen, die thematisch passen, und von dort auf den neuen Artikel verlinken. Nicht umgekehrt allein.
  • Beim Schreiben: Zwei bis fünf Verweise auf eigene Seiten, wo sie inhaltlich helfen – nicht als Block am Ende.
  • Quartalsweise: Search Console, interne Links, die untersten zwanzig ansehen.
  • Bei jeder Überarbeitung: Prüfen, ob es inzwischen neue Artikel gibt, auf die verwiesen werden sollte.

Der erste Punkt ist der wichtigste und wird fast immer vergessen.

Ein Nebeneffekt für KI-Antworten

Sprachmodelle, die eine Website auswerten, folgen denselben Verbindungen. Eine Seite, die thematisch eingebettet ist und aus passendem Zusammenhang verlinkt wird, ist leichter als einschlägige Quelle zu erkennen als eine, die isoliert steht.

Der beschreibende Ankertext hilft dabei zusätzlich, weil er in Worten sagt, worum es auf der Zielseite geht. Siehe Generative Engine Optimization.

Fazit

Interne Verlinkung kostet nichts außer Aufmerksamkeit und ist der einzige Bereich, in dem du allein entscheidest. Der größte Ertrag steckt nicht in einer großen Umbauaktion, sondern in einer Gewohnheit: Wer bei jedem neuen Artikel drei bestehende Seiten darauf verlinkt, hat nach einem Jahr eine Struktur, die andere mit Werkzeugen nachbauen.

Und wer wissen will, wo es gerade hakt, findet die Antwort in einem Bericht, den fast niemand öffnet: Search Console, Links, interne Links, von unten gelesen.

Häufige Fragen

Zwei bis fünf Verweise auf eigene Seiten, gesetzt dort, wo sie inhaltlich weiterhelfen. Eine feste Zahl gibt es nicht – entscheidend ist, dass jeder Link an seiner Stelle sinnvoll ist und nicht als Block am Textende steht.

Einer, der beschreibt, was auf der Zielseite steht, und sich aus dem Satz heraus natürlich liest. "Wie die Keyword-Recherche abläuft" statt "hier klicken". Aufgereihte Suchbegriffe als Ankertext wirken nicht und lesen sich schlecht.

Eine Seite, auf die keine andere Seite der Website verlinkt. Suchmaschinen erfahren allenfalls über die Sitemap von ihr, und sie landen häufig im Status "Gefunden, zurzeit nicht indexiert". Mindestens zwei interne Links beheben das.

In normalem Umfang nicht. Problematisch wird es erst, wenn Links keinen inhaltlichen Zweck mehr haben und nur gesetzt werden, um Gewicht zu verschieben – das erkennen Leser sofort und Suchmaschinen zunehmend auch.

Quellen

  1. Google Search Central: Links report in Search Console (abgerufen am 23.09.2026)
  2. Google Search Central: SEO Starter Guide – Link to relevant resources (abgerufen am 23.09.2026)

Lass uns dreißig Minuten über deine Sichtbarkeit sprechen

Kostenlos, unverbindlich, und mit einer ehrlichen Einschätzung - auch wenn die lautet, dass du mich gerade nicht brauchst.

Erstgespräch vereinbaren