Keyword-Recherche bedeutet nicht, möglichst viele Suchbegriffe zu sammeln, sondern sie zu Themen mit gleicher Suchintention zu gruppieren und nach Nähe zur Kaufentscheidung zu priorisieren. Die verlässlichste Datenquelle ist die Google Search Console mit den Anfragen, über die eine Website bereits gefunden wird.
Keyword-Recherche: Von der Wortliste zum Redaktionsplan
Das Wichtigste in Kürze
- Die Search Console liefert echte Daten, Keyword-Tools nur Schätzungen.
- Positionen zwischen 8 und 20 sind der ergiebigste Ansatzpunkt.
- Ein Cluster ist eine Gruppe von Anfragen mit gleicher Absicht – und gehört auf eine Seite.
- Suchvolumen erfasst nicht, was in KI-Systemen gefragt wird.
Das Ziel ist kein Keyword
Keyword-Recherche wird meist als Sammeln verstanden: möglichst viele Begriffe, sortiert nach Suchvolumen. Das Ergebnis ist eine Tabelle mit 3.000 Zeilen, mit der niemand arbeiten kann.
Nützlich wird die Recherche erst, wenn am Ende kein Begriff steht, sondern eine Entscheidung: Welche Seite bauen wir als nächstes, für wen, und in welchem Format?
Wo du anfängst, wenn du schon eine Website hast
Nicht bei einem Keyword-Tool, sondern bei der Google Search Console. Dort stehen die Suchanfragen, mit denen du bereits gefunden wirst – echte Daten über deine Seite statt geschätzte Volumina.
Drei Auswertungen, die sich lohnen:
- Viele Impressionen, wenige Klicks. Du wirst gefunden, aber nicht geklickt. Meist ein Titel- oder Formatproblem, kein Sichtbarkeitsproblem.
- Positionen zwischen 8 und 20. Der ergiebigste Bereich. Diese Seiten sind nah dran; hier bringt Überarbeitung mehr als jeder neue Text.
- Suchanfragen ohne passende Seite. Du rankst mit irgendeiner Seite, aber es gibt keine, die genau diese Frage beantwortet. Das sind die Lücken.
Erst wenn diese drei Quellen ausgeschöpft sind, lohnt der Blick auf externe Tools.
Das Problem mit Suchvolumen
Suchvolumen ist die am häufigsten überschätzte Kennzahl. Drei Gründe:
Es ist eine Schätzung. Alle Tools leiten ihre Zahlen aus begrenzten Datenquellen ab. Abweichungen um den Faktor zwei zwischen zwei Anbietern sind normal.
Es sagt nichts über den Wert. 50 Suchen pro Monat nach „Lohnbuchhaltung Hamm Angebot“ sind für einen Steuerberater mehr wert als 5.000 nach „was ist Buchhaltung“.
Es erfasst nicht, was in KI-Systemen gefragt wird. Ein wachsender Teil der Recherche läuft über ChatGPT und Perplexity und taucht in keinem Keyword-Tool auf. Diese Fragen sind länger, gesprächsartiger und oft sehr konkret.
Die nützlichere Ersatzfrage lautet: Wie nah ist jemand mit dieser Suche an einer Entscheidung?
Von der Liste zu Clustern
Eine Rohliste wird brauchbar, indem man sie nach Themen gruppiert, nicht nach Volumen sortiert. Ein Cluster ist eine Gruppe von Suchanfragen, die dieselbe Absicht haben und deshalb auf eine Seite gehören.
„SEO Kosten“, „was kostet SEO“, „SEO Preise“, „SEO Agentur Preise“ sind vier Suchanfragen und ein Cluster. Vier separate Seiten dafür wären vier Seiten, die miteinander konkurrieren.
Die Prüfung, ob zwei Begriffe ins selbe Cluster gehören: Suche beide und vergleiche die Ergebnisse. Überschneiden sich die Top-10 deutlich, sieht Google sie als dieselbe Frage.
Für große Listen ist das der Punkt, an dem sich Automatisierung lohnt – das Gruppieren von 3.000 Begriffen ist Mustererkennung. Die Einordnung, was KI-Tools dabei leisten, steht in einem eigenen Artikel.
Priorisieren statt abarbeiten
Eine Liste von 60 Clustern hilft nicht weiter. Drei Fragen machen daraus eine Reihenfolge:
| Frage | Was du prüfst |
|---|---|
| Wie nah an der Entscheidung? | Sucht jemand nach einer Lösung oder informiert er sich allgemein? |
| Wie realistisch ist Platz eins bis drei? | Wer steht dort und mit welcher Art von Seite? |
| Können wir das glaubwürdig? | Haben wir Erfahrung, Zahlen, Beispiele – oder schreiben wir ab? |
Die dritte Frage wird am häufigsten übersprungen und ist die wichtigste. Ein Thema, zu dem man nichts Eigenes beizutragen hat, ergibt einen austauschbaren Text.
Was dabei herauskommt
Ein Redaktionsplan, in dem jede Zeile vier Angaben hat: Thema, Hauptsuchanfrage, Absicht und Format. Ohne diese vier Angaben ist es eine Wunschliste.
Realistisch sind zehn bis fünfzehn Themen für ein halbes Jahr, wenn die Artikel etwas taugen sollen. Wer sich sechzig vornimmt, produziert entweder dünn oder gar nicht.
Fazit
Die eigenen Daten schlagen jedes Keyword-Tool, Cluster schlagen Einzelbegriffe, und die Frage nach der Glaubwürdigkeit entscheidet darüber, ob am Ende ein Fachartikel steht oder Füllmaterial.
Wer weiß, welche Absicht hinter einer Suche steht, weiß auch, welches Format die Seite braucht – mehr dazu hier.
Häufige Fragen
Für eine bestehende Website ist die Google Search Console die wichtigste Quelle, weil sie echte Daten statt Schätzungen liefert. Externe Tools sind für Themen sinnvoll, zu denen noch keine Seite existiert.
Beide suchen und die Ergebnisse vergleichen. Überschneiden sich die ersten zehn Treffer deutlich, behandelt Google sie als dieselbe Frage.
Weniger, als meist angenommen. Es ist eine Schätzung, sagt nichts über den wirtschaftlichen Wert und erfasst nicht, was Menschen in KI-Systemen fragen.
Zehn bis fünfzehn für ein halbes Jahr, wenn die Artikel Substanz haben sollen. Größere Listen führen erfahrungsgemäß zu dünnen Texten oder zu gar keinen.
Quellen
- Google Search Central: Search Console Leistungsbericht (abgerufen am 23.09.2026)
- Semrush: AI SEO Statistics (abgerufen am 23.09.2026)
Lass uns dreißig Minuten über deine Sichtbarkeit sprechen
Kostenlos, unverbindlich, und mit einer ehrlichen Einschätzung - auch wenn die lautet, dass du mich gerade nicht brauchst.
Erstgespräch vereinbaren