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Google Search Console: Die fünf Berichte, die zählen

Die Google Search Console liefert kostenlos die tatsächlichen Such-Daten einer Website statt hochgerechneter Schätzungen. Die fünf relevanten Berichte sind Leistung, Seitenindexierung, URL-Prüfung, Links und Core Web Vitals. Der größte unbearbeitete Hebel steckt meist im Leistungsbericht: Seiten mit vielen Impressionen und niedriger Klickrate.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Leistungsbericht sind standardmäßig nur zwei der vier Kennzahlen eingeblendet.
  • „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert" ist ein Qualitätsurteil, kein technischer Fehler.
  • Verwaiste Seiten findest du unter Links → Interne Links, von unten gelesen.
  • Core Web Vitals stammen aus echten Besuchen und zeigen Änderungen erst nach bis zu 28 Tagen.

Das Werkzeug, das alle haben und kaum jemand nutzt

Die Google Search Console ist kostenlos, liefert echte Daten statt geschätzter, und die meisten Unternehmen öffnen sie zweimal im Jahr – um festzustellen, dass irgendwas rot ist.

Dabei beantwortet sie die vier Fragen, um die sich SEO eigentlich dreht: Werde ich gefunden? Wird geklickt? Sind meine Seiten überhaupt drin? Funktioniert die Technik?

Der Unterschied zu jedem kostenpflichtigen Werkzeug: Hier stehen die tatsächlichen Werte von Google, nicht Hochrechnungen aus einem Messnetz.

Bericht 1: Leistung

Der wichtigste Bericht, und fast immer falsch gelesen.

Standardmäßig sind nur zwei der vier Kennzahlen eingeblendet. Schalte alle vier ein – Klicks, Impressionen, Klickrate, Position – sonst siehst du die Hälfte.

Die drei Auswertungen, die sich lohnen:

Was du suchstWie du es findestWas du damit machst
Seiten mit ungenutztem PotenzialNach Impressionen sortieren, niedrige Klickrate suchenTitle und Beschreibung überarbeiten
Seiten kurz vor Seite einsPosition 8 bis 20 filternInhalt ausbauen, intern verlinken
KannibalisierungSuchanfrage wählen, auf Ansicht „Seiten“ wechselnSeiten zusammenlegen

Die erste Zeile ist der größte unbearbeitete Hebel auf fast jeder Website. Eine Seite mit 3.000 Impressionen und 1 Prozent Klickrate steht bereits in der Sichtbarkeit – ihr fehlt nur ein Grund zum Klicken. Siehe Title und Meta-Description.

Ein Hinweis zur Position: Der angezeigte Wert ist ein Durchschnitt über alle Suchanfragen und Standorte. „Position 7,3“ heißt nicht, dass du auf Platz sieben stehst, sondern dass sich der Mittelwert dort einpendelt.

Bericht 2: Seitenindexierung

Hier steht, welche Seiten aufgenommen wurden und warum nicht.

Die Meldung, auf die es ankommt, ist „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“. Sie bedeutet, dass Google die Seite gelesen und sich gegen die Aufnahme entschieden hat. Das ist kein technisches Problem, sondern ein Qualitätsurteil – und lässt sich nur über den Inhalt lösen.

Die vollständige Einordnung aller Meldungen steht im Artikel Indexierung.

Was hier zusätzlich auffällt: Wenn die Zahl der indexierten Seiten deutlich über der Zahl deiner tatsächlichen Seiten liegt, produziert dein System URLs, von denen du nichts weißt – Filter, Sortierungen, Druckansichten.

Bericht 3: URL-Prüfung

Kein Bericht, sondern ein Einzelabruf – und die ehrlichste Funktion des ganzen Werkzeugs.

Du gibst eine URL ein und siehst, was Google tatsächlich sieht: ob die Seite im Index ist, wann sie zuletzt gecrawlt wurde, welche Canonical-Angabe gewählt wurde, und – unter „Live-Test“ – den gerenderten Quelltext.

Das ist der Punkt, an dem regelmäßig Überraschungen auftauchen: Inhalte, die im Browser stehen, aber im gerenderten Ergebnis fehlen, weil sie erst nach einer Nutzerinteraktion geladen werden.

Nach jeder wesentlichen Änderung gehört hier die Indexierung beantragt. Für einzelne Seiten wirkt das zuverlässig, für hundert Seiten ist es kein Verfahren.

Zwei Hälften, und die zweite ist die interessantere.

Externe Links zeigen, wer auf dich verweist. Nützlich zur Einordnung, wenig beeinflussbar.

Interne Links zeigen, wie oft jede deiner Seiten von anderen eigenen Seiten verlinkt wird. Von unten gelesen findest du hier verwaiste Seiten in zwei Minuten – ohne zusätzliches Werkzeug. Siehe Interne Verlinkung.

Auffällig ist meist, dass die Startseite ganz oben steht und die Seiten, die tatsächlich verkaufen, weit unten. Genau umgekehrt wäre richtig.

Bericht 5: Core Web Vitals und Nutzerfreundlichkeit

Die Ladewerte, gemessen an echten Besuchern – nicht im Labor. Das ist der Unterschied zu PageSpeed Insights, wo eine simulierte Messung läuft.

Weil die Daten aus realen Besuchen stammen, brauchen sie Zeit: Änderungen zeigen sich mit bis zu 28 Tagen Verzögerung. Wer am Tag nach einer Optimierung nachsieht und nichts findet, hat nichts falsch gemacht.

Die Schwellenwerte und was dahintersteckt: Core Web Vitals.

Was die Search Console nicht kann

Damit die Erwartung stimmt:

  • Keine getrennte Ausweisung von KI-Antworten. Verkehr aus AI Overviews läuft unter dem Suchtyp „Web“ mit. Siehe AI Overviews.
  • Keine Wettbewerbsdaten. Nur die eigene Property.
  • Nur 16 Monate Historie. Wer länger vergleichen will, muss regelmäßig exportieren.
  • Gefilterte Suchanfragen. Sehr seltene Anfragen werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt – die Summe der Einzelwerte ist deshalb kleiner als die Gesamtzahl.
  • Keine Aussage über Anfragen. Ob aus einem Klick ein Auftrag wurde, weiß nur dein Formular-Backend.

Eine Routine, die zwanzig Minuten dauert

Monatlich, in dieser Reihenfolge:

  1. Manuelle Maßnahmen prüfen. Fünf Sekunden. Steht dort etwas, ist alles andere zweitrangig.
  2. Leistung, letzte 3 Monate gegen die 3 davor. Klicks und Impressionen getrennt ansehen. Sinkende Klicks bei stabilen Impressionen sind kein SEO-Problem, sondern ein Hinweis auf eine KI-Zusammenfassung.
  3. Die fünf Seiten mit der schlechtesten Klickrate bei hohen Impressionen notieren. Das ist die Arbeitsliste für den Monat.
  4. Seitenindexierung: Ist die Zahl der nicht indexierten Seiten gestiegen?
  5. Einmal im Quartal: interne Links von unten lesen.

Diese fünf Schritte ersetzen die meisten kostenpflichtigen Berichte – und beruhen auf echten Daten statt auf Schätzungen.

Fazit

Die Search Console beantwortet mit echten Zahlen, was Werkzeuge für viel Geld schätzen. Der Grund, warum sie trotzdem kaum genutzt wird, ist nicht Komplexität, sondern dass niemand sagt, worauf man schauen soll.

Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Sortiere den Leistungsbericht nach Impressionen und sieh dir die Seiten mit der niedrigsten Klickrate an. Dort liegt der größte unbearbeitete Ertrag der meisten Websites – und er kostet ein paar Stunden Textarbeit, keinen Cent Budget.

Häufige Fragen

Nichts. Sie ist kostenlos und erfordert lediglich den Nachweis, dass dir die Domain gehört – etwa über eine HTML-Datei, einen DNS-Eintrag oder ein SEO-Plugin.

16 Monate. Wer längere Zeiträume vergleichen möchte, muss die Daten regelmäßig exportieren, etwa monatlich als CSV oder über die Verknüpfung mit einem Tabellenwerkzeug.

Die beiden messen Verschiedenes. Die Search Console zählt Klicks aus der Google-Suche, ein Analyse-Werkzeug zählt Sitzungen auf der Website – inklusive aller anderen Quellen und abhängig von Cookie-Zustimmungen. Abweichungen sind normal.

Nein, nicht getrennt. Google weist Verkehr aus KI-Funktionen im Leistungsbericht unter dem Suchtyp Web gemeinsam mit den klassischen Ergebnissen aus.

Quellen

  1. Google Search Console-Hilfe: Leistungsbericht für die Suchergebnisse (abgerufen am 23.09.2026)
  2. Google Search Console-Hilfe: Bericht zur Seitenindexierung (abgerufen am 23.09.2026)
  3. Google Search Central: Top ways to ensure your content performs well in Google's AI experiences (abgerufen am 23.09.2026)

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