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Call-to-Action: Warum „Jetzt Kontakt aufnehmen“ so selten geklickt wird

Ein Call-to-Action funktioniert, wenn er den nächsten Schritt benennt, der jetzt ansteht, und wenn klar ist, was danach passiert. Unklare Aufforderungen wie "Jetzt Kontakt aufnehmen" scheitern nicht an der Formulierung, sondern daran, dass sie einen zu großen Schritt verlangen und offenlassen, worauf man sich einlässt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Text soll das Ergebnis benennen, nicht die Handlung: "Angebot anfordern" statt "Absenden".
  • Aussagekräftige Linktexte sind auch eine Anforderung an Zugänglichkeit – der Zweck muss ohne Umgebungstext erkennbar sein.
  • Was nach dem Klick passiert, gehört vor den Klick.
  • Ein zweiter, kleinerer Schritt neben dem Hauptweg fängt alle ab, die noch nicht so weit sind.

Wenn ein Button nicht geklickt wird, ist die erste Reaktion meistens, am Button zu arbeiten: andere Farbe, andere Formulierung, größer, weiter oben. Das bringt in der Regel nichts, weil die Ursache fast nie am Button liegt.

Die drei Gründe, warum nichts passiert

1. Der Schritt ist zu groß

„Jetzt Kontakt aufnehmen“ verlangt eine Menge: ein Gespräch, eine Verpflichtung, die eigene Zeit. Wer eine Seite zum ersten Mal liest, ist dafür meist noch nicht bereit – nicht weil das Angebot schlecht wäre, sondern weil zwei Minuten Lesezeit für diese Entscheidung nicht reichen.

Die Lösung ist nicht ein besserer Text auf demselben Button, sondern ein kleinerer Schritt daneben: ein Beispiel ansehen, eine Preisspanne aufrufen, eine Vorlage herunterladen. Welcher Schritt jeweils ansteht, ergibt sich aus der Kundenreise.

2. Es ist unklar, was danach passiert

Ein Formular mit der Beschriftung „Absenden“ lässt drei Fragen offen: Wer meldet sich? Wann? Und was kostet mich das?

Diese Unsicherheit ist der häufigste Abbruchgrund, und sie lässt sich mit einem Satz beseitigen: „Ich melde mich innerhalb eines Werktags mit einer ersten Einschätzung. Unverbindlich.“ Der Satz gehört über den Button, nicht ins Kleingedruckte.

3. Der Text beschreibt die Mechanik statt das Ergebnis

„Absenden“, „Weiter“, „Hier klicken“ beschreiben, was das System tut. Interessant ist aber, was der Nutzer bekommt.

MechanikErgebnis
AbsendenAngebot anfordern
WeiterTermin auswählen
Hier klickenBeispielprojekt ansehen
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Mehr erfahrenPreise und Leistungen vergleichen
DownloadCheckliste als PDF laden

Die rechte Spalte hat einen weiteren Vorteil, der über Konversion hinausgeht: Der Zweck ist aus dem Text allein erkennbar. Das ist die Anforderung, die WCAG an Linktexte stellt – und derselbe Gedanke, den Google für Linktexte formuliert: Nutzer und Suchmaschinen sollen vorab verstehen, was sie erwartet. „Hier klicken“ leistet das weder für einen Screenreader noch für eine Suchmaschine noch für einen Menschen, der die Seite überfliegt. Mehr dazu in Barrierefreiheit.

Was direkt vor dem Button steht

Das ist die Stelle mit der größten Wirkung und der geringsten Aufmerksamkeit. Ein Button steht selten für sich; er steht am Ende eines Gedankens. Wenn dieser Gedanke unvollständig ist, hilft keine Beschriftung.

Bewährt hat sich eine knappe Abfolge aus drei Elementen:

  1. Der Nutzen in einem Satz. Was hat jemand davon, wenn er jetzt klickt.
  2. Die Entlastung. Was es nicht kostet, nicht verpflichtet, nicht bedeutet.
  3. Der Button. Das Ergebnis als Beschriftung.

Darunter, klein: was danach passiert und in welchem Zeitraum.

Wo der Call-to-Action stehen sollte

Nicht nur am Ende. Wer zu Ende gelesen hat, ist die Minderheit – und nicht unbedingt die entscheidungsbereiteste.

  • Nach dem Abschnitt, der die Hauptfrage beantwortet. Dort ist der Moment, in dem jemand überzeugt ist.
  • Am Ende, als Abschluss.
  • In der Navigation, wenn es einen klaren Hauptweg gibt.

Nicht sinnvoll ist derselbe Kasten nach jedem zweiten Absatz. Das liest sich wie ein Verkaufsgespräch, das nicht zuhört.

Auf einer eigenen Landingpage gelten strengere Regeln: ein Ziel, keine Ablenkung, keine konkurrierende Navigation.

Der ehrlichste Test

Deck die Seite ab und lies nur den Button. Weißt du, was passiert, wenn du ihn drückst?

Wenn nein, ist die Formulierung zu allgemein. Wenn ja, aber die Antwort lautet „ein Verkaufsgespräch beginnt“, dann ist es nicht die Formulierung, sondern der Schritt – und der gehört verkleinert, nicht umbenannt.

Ob die Änderung etwas bewirkt hat, zeigt sich nicht an Klicks auf den Button, sondern an dem, was danach kommt: ausgefüllte Formulare, geführte Gespräche, zustande gekommene Aufträge. Wie sich das sauber erfassen lässt, steht in Conversion-Tracking; welche Kennzahl überhaupt die richtige ist, in messbare Ziele.

Häufige Fragen

Ein Hauptweg, mehrfach angeboten, plus höchstens eine kleinere Alternative. Zwei gleichrangige Angebote nebeneinander erzwingen eine Entscheidung, die niemand treffen wollte – und führen regelmäßig dazu, dass gar nichts geklickt wird.

Echte ja – ein Anmeldeschluss, ein begrenzter Termin. Erfundene richten Schaden an, sobald sie erkennbar werden, und bei einem Zähler, der bei jedem Aufruf neu startet, dauert das nicht lange.

Er soll sich klar vom Rest abheben und als bedienbares Element erkennbar sein. Ab da entscheidet nicht mehr die Farbe, sondern was darauf steht und was daneben steht.

Quellen

  1. Google Search Central: SEO Starter Guide (aussagekräftige Linktexte) (abgerufen am 29.09.2026)
  2. W3C: WCAG 2.1 Erfolgskriterium 2.4.4 Link Purpose (In Context) (abgerufen am 29.09.2026)

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