Fachwissen muss nicht vom Fachmann geschrieben werden, es muss von ihm stammen und von ihm geprüft sein. Vier Verfahren funktionieren mit geringem Zeitaufwand: das kurze Interview, die Stimmnachricht, die Fachprüfung eines fertigen Entwurfs und das mitgeschriebene Kundengespräch. Google fragt ausdrücklich, ob ein Inhalt von jemandem geschrieben oder geprüft wurde, der das Thema nachweislich gut kennt.
Fachwissen in Inhalte bekommen, ohne dass der Experte schreibt
Das Wichtigste in Kürze
- Google fragt: Ist der Inhalt von einem Experten geschrieben oder geprüft, der das Thema nachweislich gut kennt?
- Google fragt außerdem, ob für Besucher erkennbar ist, wer den Inhalt verfasst hat, und ob eine Verfasserangabe zu weiteren Informationen führt.
- Zwanzig Minuten gesprochenes Fachwissen ergeben mehr brauchbaren Text als zwei Stunden, in denen jemand zu schreiben versucht.
- Die Fachprüfung ist der Schritt, der nicht entfallen darf – und der am wenigsten Zeit kostet.
Das Problem ist in fast jedem Unternehmen dasselbe: Das Wissen sitzt bei der Person, die am wenigsten Zeit hat. Der Meister, die Technikerin, der Steuerberater – sie könnten den Text schreiben, aber sie werden es nicht tun, und jeder Versuch endet nach drei Monaten mit einem unfertigen Entwurf.
Die Lösung ist nicht, mehr Druck zu machen. Es ist, das Schreiben von der Fachkenntnis zu trennen.
Was Google dazu fragt
Aus dem Fragenkatalog zur Selbstbewertung von Inhalten:
- Ist der Inhalt von jemandem geschrieben oder geprüft, der das Thema nachweislich gut kennt?
- Ist für Besucher selbst erkennbar, wer den Inhalt verfasst hat?
- Führen Verfasserangaben zu weiteren Informationen über die Person?
Das Wort „geprüft“ steht dort gleichberechtigt neben „geschrieben“. Das ist genau die Trennung, die die Sache praktikabel macht: Der Fachmann muss nicht formulieren, er muss verantworten.
Die vier Verfahren
| Verfahren | Zeit des Experten | Was dabei herauskommt |
|---|---|---|
| Kurzes Interview | 20–30 Minuten | Material für einen vollständigen Artikel |
| Stimmnachricht zu einer Frage | 3–5 Minuten | Ein Abschnitt, oft der beste im Text |
| Fachprüfung eines Entwurfs | 10–15 Minuten | Korrektur der Stellen, die falsch sind |
| Mitschrift eines Kundengesprächs | 0 Minuten zusätzlich | Die echten Fragen, in echter Formulierung |
Das kurze Interview
Zwanzig Minuten mit einer vorbereiteten Fragenliste und einer Aufzeichnung. Die Fragen sollten nicht „erklär mal X“ lauten, sondern konkret sein:
- Was fragen Kunden dazu am häufigsten?
- Was glauben die meisten, das nicht stimmt?
- Woran scheitert es in der Praxis?
- Was würdest du selbst anders machen als im Lehrbuch?
- Erzähl von einem Fall, wo es schiefgegangen ist.
Die letzten zwei Fragen liefern das Material, das kein anderer hat. Wer bei der Aufzeichnung auf Nummer sicher gehen will, sollte die Hinweise aus KI-Meetingnotizen beachten – die Zustimmung kommt vor dem Aufnahmeknopf.
Die Stimmnachricht
Das niedrigschwelligste Verfahren und das unterschätzteste. Eine einzelne Frage per Nachricht, Antwort als Sprachnachricht während der Fahrt. Drei Minuten gesprochenes Fachwissen ergeben einen Abschnitt, den man so nicht schreiben könnte.
Die Fachprüfung
Der Entwurf entsteht anderswo – aus Recherche, aus vorhandenem Material, mit Werkzeugunterstützung. Der Fachmann liest ihn und markiert, was nicht stimmt.
Dieser Schritt darf nicht entfallen, und er ist der billigste. Er kostet eine Viertelstunde und verhindert genau die Fehler, die einen Fachtext unbrauchbar machen – die Stellen, an denen eine allgemein richtige Aussage im konkreten Fall falsch ist.
Das Kundengespräch
Kostet keine zusätzliche Zeit, weil das Gespräch ohnehin stattfindet. Was dabei gefragt wird, ist das ehrlichste verfügbare Material für Inhalte – und es liefert die Formulierungen, die Menschen tatsächlich verwenden.
Wie die Nennung aussehen sollte
Hier wird oft zu viel oder zu wenig gemacht. Zu wenig: kein Name, nur „Redaktion“. Zu viel: Der Experte wird als Autor genannt, obwohl er den Text nicht gesehen hat.
Präzise und überprüfbar ist die Trennung:
- Die schreibende Person als Autor.
- Der Fachmann mit „Fachlich geprüft von …“, mit Funktion und Datum.
- Beide mit einem Verweis auf eine Seite, die sagt, wer sie sind – siehe Über-uns-Seite.
Das ist genau das, was Googles Frage nach der Verfasserangabe verlangt, und es ist zugleich das, was ein Leser braucht, um eine Aussage einzuschätzen. Die weiteren Überlegungen dazu stehen in E-E-A-T.
Der Ablauf, der sich einrichten lässt
- Themen aus den Fragen sammeln, die im Betrieb tatsächlich gestellt werden – nicht aus einem Werkzeug. Die Liste gehört in den Redaktionsplan.
- Pro Thema eine Fragenliste vorbereiten, fünf bis acht Fragen.
- Einen Termin von zwanzig Minuten – im Kalender, nicht „wenn du mal Zeit hast“.
- Entwurf schreiben, mit den Formulierungen aus dem Gespräch, wo sie treffen.
- Zur Fachprüfung geben, mit der Bitte, nur das Falsche zu markieren – nicht den Stil.
- Veröffentlichen, mit korrekter Nennung beider Beteiligten.
Schritt fünf braucht die ausdrückliche Einschränkung auf Sachfehler. Ohne sie wird aus der Fachprüfung eine Stildiskussion, und dann findet sie beim nächsten Mal nicht mehr statt.
Warum sich das rechnet
Der Aufwand pro Artikel liegt bei dreißig bis fünfundvierzig Minuten Expertenzeit. Dafür entsteht Material, das sich nicht nachbauen lässt – weder von einem Wettbewerber noch von einem Sprachmodell, weil es aus Erfahrung besteht, die nirgends veröffentlicht ist.
Das ist dieselbe Logik wie bei eigenen Daten und bei Fallstudien: Der Wert liegt in dem, was nur du hast. Und die Belege dafür gehören kenntlich gemacht – wie, steht in Quellen richtig angeben.
Häufige Fragen
Er muss korrekt genannt werden. Wenn er die Inhalte geliefert und geprüft hat, ist eine Angabe wie "Fachlich geprüft von …" neben der schreibenden Person präziser als eine Autorenzeile, die ihn allein nennt – und sie ist überprüfbar.
Dann ist das der wertvollste Teil des Vorgangs. Die Stellen, an denen ein Fachmann widerspricht, sind genau die, an denen ein allgemein formulierter Text falsch wird. Die Korrektur gehört in den Text, nicht in eine Diskussion über Formulierungen.
Die Aufbereitung ja, die Substanz nicht. Ein Sprachmodell kann aus einem Transkript einen Entwurf machen – es kann nicht wissen, was in deinem Betrieb tatsächlich gilt. Die Fachprüfung bleibt in jedem Fall.
Quellen
- Google Search Central: Creating helpful, reliable, people-first content (abgerufen am 06.10.2026)
- Google Search Central: Google Search Essentials (abgerufen am 06.10.2026)
Lass uns dreißig Minuten über deine Sichtbarkeit sprechen
Kostenlos, unverbindlich, und mit einer ehrlichen Einschätzung - auch wenn die lautet, dass du mich gerade nicht brauchst.
Erstgespräch vereinbaren