Content & Texte

Die Über-uns-Seite: unterschätzt und meist ungepflegt

Die Über-uns-Seite ist meist die drittmeistbesuchte Seite einer Website und der Ort, an dem sich entscheidet, ob jemand dem Anbieter die Leistung zutraut. Sie braucht Belege statt Geschichte: Namen, echte Fotos, nachprüfbare Qualifikationen, einen beschriebenen Ablauf und einen klaren nächsten Schritt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google nennt Vertrauenswürdigkeit den wichtigsten E-E-A-T-Aspekt – hier lässt sie sich am besten belegen.
  • Der beschriebene Ablauf einer Zusammenarbeit fehlt am häufigsten und wirkt am meisten.
  • Ein Abschnitt darüber, für wen ihr nicht passt, macht alles Übrige glaubwürdiger.
  • Erfolgsmessung ist nicht die Besucherzahl, sondern wie viele danach Kontakt aufnehmen.

Die meistbesuchte Seite, die niemand ernst nimmt

Nach der Startseite und der wichtigsten Leistungsseite steht in fast jeder Auswertung die Über-uns-Seite auf Platz drei. Und in fast jedem Unternehmen ist sie die Seite, die seit dem letzten Relaunch niemand mehr angefasst hat.

Das ist besonders unglücklich, weil sie an einer entscheidenden Stelle im Entscheidungsprozess steht: Wer sie aufruft, hat das Angebot verstanden und prüft jetzt, ob er dir zutraut, es zu liefern.

Warum sie schwerer wiegt als früher

Google beschreibt unter E-E-A-T vier Aspekte – Erfahrung, Fachkenntnis, Autorität und Vertrauenswürdigkeit – und nennt dabei ausdrücklich Vertrauen als den wichtigsten. Die anderen zahlen darauf ein.

Die Über-uns-Seite ist der Ort, an dem sich das Meiste davon belegen lässt: wer hinter dem Angebot steht, welche Erfahrung vorhanden ist, seit wann es das Unternehmen gibt, wo es sitzt. Siehe E-E-A-T.

Dazu kommt ein zweiter, neuerer Grund: Sie ist die Seite, aus der Sprachmodelle ihr Bild deines Unternehmens ziehen. Eine Seite voller Leitbildprosa liefert nichts Verwertbares – und was ein System nicht findet, erfindet es im Zweifel. Siehe Entitäten.

Was auf die Seite gehört

ElementWarum
Ein Satz, der sagt, was ihr tutFür wen, was, wo – ohne Adjektive
Gründung und WerdegangDauer ist ein Vertrauenssignal, das sich nicht kaufen lässt
Personen mit Namen und echten FotosDas wirksamste Einzelelement
Qualifikationen, nachprüfbarZertifikate mit Link zum Aussteller, nicht als Bild
Zahlen, die stimmenMitarbeitende, Projekte, Jahre – konkret statt „zahlreiche“
Standort und ErreichbarkeitAnonymität ist das stärkste Misstrauenssignal
Wofür ihr nicht die Richtigen seidDer ungewöhnlichste Punkt – und der glaubwürdigste

Die letzte Zeile lohnt eine Erklärung. Ein Abschnitt, der offen sagt, welche Anfragen ihr ablehnt oder weiterreicht, wirkt in zwei Richtungen: Er filtert unpassende Anfragen heraus, und er macht alles Übrige glaubwürdiger. Wer eine Grenze benennt, wird innerhalb dieser Grenze eher geglaubt.

Was dort nichts zu suchen hat

  • Leitbild-Prosa. „Wir leben Leidenschaft für ganzheitliche Lösungen“ beschreibt nichts und lässt sich nicht widerlegen.
  • Stockfotos von Konferenzräumen. Erkennt jeder, und was an einer Stelle unecht ist, färbt auf den Rest ab.
  • KI-erzeugte Teamfotos. Untergräbt genau das Vertrauen, das ein Foto schaffen soll. Siehe KI-Bilder.
  • Unbelegte Superlative. „Marktführer“ ohne Grundlage ist wettbewerbsrechtlich heikel und wirkt ohnehin nicht.
  • Die Firmengeschichte als Zeitstrahl über zwanzig Stationen. Interessiert niemanden außer euch.
  • Eine Seite ohne Kontaktweg. Genau hier ist jemand am ehesten bereit.

Die Fassung, die tatsächlich funktioniert

Ein Aufbau, der sich bewährt hat – von oben nach unten in der Reihenfolge, in der Fragen auftauchen:

  1. Wer wir sind und was wir tun. Zwei bis drei Sätze, konkret.
  2. Die Person oder das Team. Foto, Name, Funktion, Qualifikation, ein persönlicher Satz, der kein Klischee ist.
  3. Wie wir arbeiten. Der Ablauf einer Zusammenarbeit in drei bis fünf Schritten.
  4. Belege. Zertifikate mit Link, Referenzen mit Namen, konkrete Projektzahlen. Siehe Fallstudien.
  5. Für wen wir nicht passen.
  6. Ein klarer nächster Schritt.

Punkt drei ist der, der am häufigsten fehlt und am meisten bewirkt. Die Frage „wie läuft das ab?“ ist neben dem Preis die häufigste unausgesprochene Frage im Erstkontakt. Siehe Kundenreise.

Der persönliche Satz

Ein Detail mit erstaunlicher Wirkung und einer Fehlerquelle. Ein Satz über die Person jenseits des Fachlichen macht eine Seite menschlich – solange er spezifisch ist.

„Liebt guten Kaffee und lange Spaziergänge“ ist kein persönlicher Satz, sondern eine Leerstelle in Satzform. „Restauriert seit zwölf Jahren eine Zündapp, an der die Zylinderkopfdichtung nie dicht bleibt“ ist einer – weil er stimmt und weil ihn niemand sonst schreiben könnte.

Dasselbe Kriterium wie bei Erfahrung im Sinne von E-E-A-T: Was sich generieren lässt, zählt nicht.

Technisch

  • Autorenangaben und Profile verlinken. Mit rel="me", damit die Zuordnung eindeutig ist.
  • Organization– und ProfilePage-Auszeichnung setzen, mit sameAs auf die eigenen Profile. Siehe Strukturierte Daten.
  • Nur auszeichnen, was sichtbar auf der Seite steht.
  • Echte Fotos optimieren statt sie durch Stockmaterial zu ersetzen. Siehe Bilder-SEO.

Und die Suchanfragen?

Die Über-uns-Seite rankt kaum auf Sachbegriffe – und soll es auch nicht. Sie bedient Markensuchen („[Firma] erfahrungen“, „wer steckt hinter [Firma]“) und wird vor allem intern erreicht.

Deshalb ist die richtige Erfolgsmessung eine andere: nicht Besucher über die Suche, sondern wie viele der Menschen, die sie besucht haben, anschließend Kontakt aufnehmen.

Fazit

Die Über-uns-Seite ist der Ort, an dem sich entscheidet, ob jemand dir zutraut, was er auf den anderen Seiten gelesen hat. Sie braucht keine Geschichte, sondern Belege: Namen, Gesichter, nachprüfbare Qualifikationen, einen beschriebenen Ablauf.

Und sie verträgt einen Satz, den kaum jemand schreibt – welche Anfragen bei euch falsch aufgehoben sind. Nichts macht den Rest glaubwürdiger.

Häufige Fragen

Ein konkreter Satz dazu, was ihr für wen tut, die Personen mit Namen und echten Fotos, nachprüfbare Qualifikationen, der Ablauf einer Zusammenarbeit, konkrete Zahlen, Standort und Erreichbarkeit sowie ein klarer nächster Schritt.

Nein. Stockfotos und KI-erzeugte Teamfotos werden erkannt und untergraben genau das Vertrauen, das ein Foto schaffen soll – und was an einer Stelle unecht wirkt, färbt auf den Rest der Seite ab.

Kaum auf Sachbegriffe, und das ist in Ordnung. Sie bedient vor allem Markensuchen wie „[Firma] Erfahrungen" und wird intern erreicht. Gemessen wird sie deshalb sinnvoll an der Kontaktaufnahme, nicht an Suchzugriffen.

Weil es in zwei Richtungen wirkt: Unpassende Anfragen bleiben aus, und wer eine Grenze offen benennt, wird innerhalb dieser Grenze eher geglaubt. Es ist einer der wenigen Sätze, die Werbetexte glaubwürdiger machen.

Quellen

  1. Google Search Central: Creating helpful, reliable, people-first content (abgerufen am 23.09.2026)
  2. Google Search Central: Organization structured data (abgerufen am 23.09.2026)

Lass uns dreißig Minuten über deine Sichtbarkeit sprechen

Kostenlos, unverbindlich, und mit einer ehrlichen Einschätzung - auch wenn die lautet, dass du mich gerade nicht brauchst.

Erstgespräch vereinbaren