SEO

Linkattribute: Wann nofollow, sponsored oder ugc gehört

Google unterscheidet drei Werte für ausgehende Links: sponsored für Werbung und bezahlte Platzierungen, ugc für nutzergenerierte Inhalte wie Kommentare und nofollow für alles Übrige, von dem man sich distanzieren möchte. Links mit diesen Attributen werden laut Dokumentation in der Regel nicht verfolgt. Für bezahlte Links ist sponsored der bevorzugte Wert.

Das Wichtigste in Kürze

  • sponsored kennzeichnet Werbung und bezahlte Platzierungen; nofollow ist dafür weiterhin zulässig, sponsored aber bevorzugt.
  • ugc kennzeichnet nutzergenerierte Inhalte wie Kommentare und Forenbeiträge.
  • Mehrere Werte lassen sich kombinieren, etwa rel="ugc nofollow".
  • Die Attribute verhindern nicht, dass die Zielseite gefunden wird – sie kann über andere Wege entdeckt werden.

Die Attribute an ausgehenden Links sind einer der wenigen Bereiche im SEO, in denen die Regel eindeutig ist und trotzdem selten befolgt wird – meist, weil die Unterschiede zwischen den drei Werten nicht bekannt sind.

Die drei Werte

WertWofürTypischer Fall
rel="sponsored"Werbung und bezahlte PlatzierungenAnzeigen, Advertorials, Affiliate-Links, bezahlte Beiträge
rel="ugc"Nutzergenerierte InhalteKommentare, Forenbeiträge, Profilangaben
rel="nofollow"Alles Übrige, von dem du dich distanzieren willstVerweis auf eine fragwürdige Quelle, Anmeldebereiche
kein AttributRedaktioneller VerweisQuellenangabe, Empfehlung, Beleg

Google beschreibt die Wirkung einheitlich: Links, die mit diesen Attributen versehen sind, werden in der Regel nicht verfolgt. Sie verhindern allerdings nicht, dass die Zielseite überhaupt gefunden wird – sie kann über andere Wege entdeckt werden, etwa über eine Sitemap.

Mehrere Werte lassen sich kombinieren, als Liste getrennt durch Leerzeichen oder Komma: rel="ugc nofollow" ist zulässig und sinnvoll, wenn beides zutrifft.

Der Punkt, an dem es ernst wird

Bei bezahlten Links ist die Dokumentation eindeutig: nofollow war früher die Empfehlung und ist weiterhin eine zulässige Kennzeichnung, sponsored wird jedoch bevorzugt.

Wichtig ist der Umkehrschluss. Ein bezahlter Link ohne jede Kennzeichnung fällt unter die Regelungen zu Link-Spam. Das betrifft beide Seiten – die Website, die den Link setzt, und die, die ihn erhält. Deshalb ist die Kennzeichnung nicht nur eine Formalie, sondern der Unterschied zwischen einer zulässigen Werbeform und einem Regelverstoß. Die weitergehenden Überlegungen dazu stehen in Backlinks und in Digital PR.

Was „bezahlt“ alles umfasst

Weiter, als die meisten annehmen. Es geht nicht nur um Geldzahlungen:

  • Ein Gastbeitrag, für dessen Veröffentlichung eine Gebühr fällig wird
  • Ein Produkttest, bei dem das Produkt behalten werden darf
  • Eine Verlinkung als Gegenleistung für eine Dienstleistung
  • Affiliate-Verweise mit Provisionsmodell
  • Eine Platzierung im Rahmen einer Sponsoring-Vereinbarung

Die Prüffrage: Gäbe es diesen Link auch ohne die Gegenleistung? Wenn nein, gehört er gekennzeichnet.

Davon zu trennen ist die werberechtliche Kennzeichnung gegenüber dem Leser. Ein Attribut im Quelltext ist für Suchmaschinen gedacht, nicht für Menschen – ein sichtbarer Hinweis auf den werblichen Charakter ist eine eigene, rechtliche Anforderung und wird durch rel="sponsored" nicht erfüllt.

Wo die Attribute in der Praxis fehlen

Drei Stellen, an denen sich fast immer etwas findet:

  • Kommentarbereiche. Gängige Systeme setzen hier standardmäßig nofollow; ob das noch so ist, lohnt eine Kontrolle im Quelltext. ugc ist der treffendere Wert.
  • Alte Affiliate-Verweise. Häufig aus einer Zeit, in der die Kennzeichnung weniger streng gehandhabt wurde. Eine Suche im Bestand nach den bekannten Partnerprogramm-Adressen fördert meist mehr zutage als erwartet.
  • Partner- und Referenzlisten. Wenn eine Gegenseitigkeit vereinbart wurde, ist das eine Gegenleistung.

Bleibt unmarkiert. Das ist der Punkt, an dem manche überkorrekt werden und jeden externen Verweis auszeichnen – aus der Sorge, etwas abzugeben.

Diese Sorge ist unbegründet und schadet der eigenen Seite. Verweise auf Quellen sind Teil einer nachvollziehbaren Darstellung: Sie zeigen, worauf eine Aussage beruht, und sie sind für Leser überprüfbar. Genau das ist der Kern dessen, was unter E-E-A-T beschrieben wird. Ein Text ohne Quellen wirkt nicht stärker, weil er nichts abgibt – er wirkt unbelegt.

Wie interne Links davon zu unterscheiden sind und warum dort ganz andere Überlegungen gelten, steht unter interne Verlinkung. Weitere verbreitete Annahmen, die sich nicht belegen lassen, sammelt SEO-Mythen.

Häufige Fragen

Nein. Ein normaler redaktioneller Verweis auf eine Quelle bleibt unmarkiert – genau das ist ein gewöhnlicher Link. Auszeichnung braucht es nur, wenn eine Gegenleistung im Spiel ist oder wenn der Link nicht von der Redaktion stammt.

Für sie gilt derselbe Gedanke wie für Werbung: Es steht eine Vergütung dahinter, also gehört der Link gekennzeichnet. sponsored ist dafür der passende Wert. Die werbliche Kennzeichnung gegenüber dem Leser ist eine davon getrennte, rechtliche Frage.

Diese Sorge stammt aus einer alten Vorstellung, nach der eine Seite eine feste Menge an Linkkraft verteilt und nofollow sie verfallen lässt. Darauf lässt sich heute keine sinnvolle Entscheidung mehr stützen. Die Attribute beschreiben, was für ein Link vorliegt – das ist ihr Zweck.

Quellen

  1. Google Search Central: Qualify your outbound links to Google (abgerufen am 29.09.2026)
  2. Google Search Central: Spam policies (Link-Spam) (abgerufen am 29.09.2026)

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