Eine brauchbare Wettbewerbsanalyse beantwortet drei Fragen: Wo werde ich geschlagen, warum, und ist das aufholbar? Sie beginnt nicht mit einer Firmenliste, sondern mit zehn bis zwanzig Suchanfragen – wer dort oben steht, ist der Suchwettbewerb, oft Portale und Fachmedien statt direkter Anbieter.
Wettbewerbsanalyse: Was du wirklich wissen musst
Das Wichtigste in Kürze
- Marktwettbewerb und Suchwettbewerb sind zwei verschiedene Gruppen.
- Die Frage „ist das aufholbar?" entscheidet, ob die Analyse überhaupt zu etwas führt.
- Der größte Teil lässt sich in einer Stunde ohne Werkzeuge beantworten.
- Nützlicher als das, was alle haben, ist das, was allen fehlt.
Warum die meisten Wettbewerbsanalysen nichts bringen
Das übliche Ergebnis ist eine Tabelle: Wettbewerber, Sichtbarkeitsindex, Zahl der Backlinks, Anzahl rankender Suchbegriffe. Sie wird einmal erstellt, einmal herumgezeigt und nie wieder geöffnet.
Der Grund ist, dass daraus keine Entscheidung folgt. „Wettbewerber X hat mehr Backlinks“ führt zu keiner Handlung, die morgen anders aussieht.
Eine brauchbare Analyse beantwortet stattdessen drei Fragen: Wo werde ich geschlagen, warum, und ist das aufholbar?
Erst klären, wer der Wettbewerb ist
Ein Punkt, der regelmäßig übersprungen wird: Der Wettbewerb im Markt und der Wettbewerb in der Suche sind zwei verschiedene Gruppen.
| Marktwettbewerb | Suchwettbewerb |
|---|---|
| Wer um dieselben Aufträge konkurriert | Wer auf denselben Suchanfragen steht |
| Kennt dein Vertrieb | Steht in der Search Console und in den Ergebnissen |
| Ähnliche Unternehmen | Oft Portale, Verzeichnisse, Fachmedien |
Die rechte Spalte enthält die unangenehme Überraschung: Bei vielen Suchanfragen stehen oben keine Anbieter, sondern Vergleichsportale, Branchenverzeichnisse oder Fachmagazine. Gegen die gewinnt man nicht mit einer besseren Leistungsseite – sondern indem man ein Format liefert, das sie nicht haben, oder indem man dort vertreten ist.
Die Analyse beginnt deshalb nicht mit einer Firmenliste, sondern mit zehn bis zwanzig Suchanfragen, bei denen du gefunden werden willst. Wer dort oben steht, ist dein Suchwettbewerb – unabhängig davon, ob es ein Unternehmen ist.
Die Fragen, aus denen eine Entscheidung folgt
- Welches Format steht oben? Ratgeber, Vergleich, Leistungsseite, Produktseite, Portal? Weicht dein Format ab, ist das die Hauptursache – und die günstigste Korrektur. Siehe Suchintention.
- Was beantworten die oberen Seiten, das deine nicht beantwortet? Nicht Qualität bewerten, sondern Teilfragen zählen.
- Nennen sie Preise, Abläufe, Voraussetzungen? Wenn ja und du nicht, ist das der Unterschied.
- Wie alt ist der Inhalt? Ein drei Jahre alter Artikel auf Platz zwei ist eine Einladung.
- Warum wird er verlinkt? Eigene Daten, ein Werkzeug, eine Studie – oder nur Größe?
- Ist das aufholbar? Gegen ein Portal mit zweihundert Redakteuren gewinnst du nicht über Menge. Über Tiefe in einer Nische schon.
Frage sechs entscheidet, ob die Analyse überhaupt zu etwas führt. Manche Suchanfragen sind nicht zu gewinnen, und das früh zu erkennen, spart mehr als jede Optimierung.
Was du ohne Werkzeuge herausfindest
Erstaunlich viel – und es dauert eine Stunde:
- Zehn Suchanfragen im privaten Fenster eingeben. Notieren, wer oben steht und welches Format.
- Die drei obersten Seiten lesen. Nicht überfliegen. Welche Fragen werden beantwortet?
- Auf Aktualisierungsdatum und Autor achten. Beides sagt viel über Pflegezustand und Anspruch.
- Nach dem Firmennamen des Wettbewerbers suchen. Wie wird über ihn berichtet, wo wird er erwähnt?
- Die Fragen in ChatGPT, Gemini und Perplexity stellen. Wer wird dort genannt – und mit welcher Begründung? Siehe KI-Sichtbarkeit messen.
Schritt fünf ist neu und aufschlussreich, weil dort oft andere genannt werden als in den Suchergebnissen. Wer in beiden Listen auftaucht, hat etwas richtig gemacht – und woran es liegt, steht meist auf seiner Seite.
Was Werkzeuge zusätzlich liefern
Der einzige Bereich, in dem kostenpflichtige Werkzeuge einen echten Mehrwert bieten, ist die Frage nach dem, was du nicht sehen kannst:
- Für welche Suchbegriffe rankt der Wettbewerb, du aber nicht? Die sogenannte Lückenanalyse – das nützlichste Einzelergebnis.
- Woher kommen seine Verweise? Und sind das Quellen, die für dich ebenfalls erreichbar wären – Verbände, Fachmedien, Partner?
- Wie hat sich seine Sichtbarkeit entwickelt? Als Verlauf, nicht als absoluter Wert.
Zur Einordnung der Kennzahlen: Sichtbarkeitsindex, Domain Authority und vergleichbare Werte sind Erfindungen der jeweiligen Anbieter, keine Google-Größen. Als Verlauf brauchbar, als Maßstab nicht. Siehe SEO-Tools.
Der Fehler: nachbauen
Die naheliegende Reaktion auf eine Analyse ist, das zu machen, was die anderen machen. Das führt zuverlässig zu austauschbaren Inhalten – und zu einer Seite, die dieselbe Auskunft gibt wie zehn andere. Genau das landet unter „gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“. Siehe Indexierung.
Die nützlichere Auswertung sucht nicht nach dem, was alle haben, sondern nach dem, was allen fehlt:
- Keiner nennt Preise → du nennst sie
- Alle bleiben allgemein → du wirst konkret für eine Branche
- Keiner zeigt den Ablauf → du zeigst ihn
- Alle sind veraltet → du pflegst
- Keiner hat eigene Daten → du veröffentlichst deine
Eigene Daten sind dabei der einzige Vorsprung, den niemand kopieren kann. Eine Auswertung aus dem eigenen Geschäft – und sei sie klein – macht dich zur Quelle statt zum Wiederholer.
Wie oft
Einmal jährlich gründlich, nach größeren Core Updates ein kurzer Blick auf die wichtigsten zehn Suchanfragen. Häufiger lohnt sich nicht: Die Bewegung im Suchwettbewerb ist langsamer, als die tägliche Beobachtung vermuten lässt.
Und die ehrlichere Frage zwischendurch: Nicht „was macht der Wettbewerb“, sondern „welche unserer Seiten steht auf Position 8 bis 20″. Diese Liste führt schneller zu Ergebnissen als jede Konkurrenzbetrachtung. Siehe Artikel aktualisieren.
Fazit
Eine Wettbewerbsanalyse taugt nur, wenn daraus eine Entscheidung folgt. Die drei Fragen sind: Wo werde ich geschlagen, warum, und lohnt sich das Aufholen überhaupt?
Der größte Teil davon lässt sich in einer Stunde ohne Werkzeuge beantworten – indem man die Suchanfragen eingibt und die oberen Seiten tatsächlich liest. Und die brauchbarste Erkenntnis ist meist nicht, was die anderen haben, sondern was keiner von ihnen liefert.
Häufige Fragen
Nicht zwingend die Unternehmen, die um dieselben Aufträge konkurrieren. Im Suchwettbewerb stehen oft Vergleichsportale, Branchenverzeichnisse und Fachmedien oben. Die Analyse beginnt deshalb mit Suchanfragen, nicht mit einer Firmenliste.
Für den größten Teil nicht – Suchanfragen eingeben und die oberen Seiten lesen kostet eine Stunde. Werkzeuge liefern zusätzlich, was du nicht sehen kannst: für welche Begriffe der Wettbewerb rankt und du nicht, und woher seine Verweise stammen.
Nein, das führt zu austauschbaren Inhalten, die Google unter „gecrawlt, zurzeit nicht indexiert" ablegt. Ertragreicher ist die umgekehrte Frage: Was liefert keiner von ihnen – Preise, Ablauf, Branchenbezug, eigene Daten?
Einmal jährlich gründlich, nach größeren Core Updates ein kurzer Blick auf die zehn wichtigsten Suchanfragen. Häufiger lohnt nicht – die Bewegung ist langsamer, als tägliche Beobachtung vermuten lässt.
Quellen
- Google Search Console-Hilfe: Leistungsbericht für die Suchergebnisse (abgerufen am 23.09.2026)
- Google Search Central: Google Search's core updates and your website (abgerufen am 23.09.2026)
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