Google empfiehlt, nach Referenzen, erwarteten Ergebnissen und Zeiträumen zu fragen, und nennt konkrete Warnsignale: unaufgeforderte Kontaktaufnahme, Geheimhaltung der Methoden und Versprechen über Platzierungen. Der wichtigste Satz daraus: Niemand kann eine Platzierung auf Position 1 garantieren.
SEO-Dienstleister auswählen: Googles eigene Fragenliste – und was sie verschweigt
Das Wichtigste in Kürze
- Google: "Niemand kann eine Platzierung auf Position 1 bei Google garantieren."
- Warnsignal laut Google: unaufgefordert per E-Mail eingehende Angebote von SEO-Firmen und Beratern.
- Warnsignal laut Google: Geheimhaltung der Vorgehensweise oder unklare Erklärungen.
- Warnsignal laut Google: Gespräche über Linkpopularitäts-Systeme oder die Anmeldung bei tausenden Suchmaschinen.
Es gibt für diese Frage eine Quelle, die niemand nutzt: Google hat eine eigene Anleitung dazu veröffentlicht, worauf man bei der Auswahl eines SEO-Dienstleisters achten sollte. Sie ist kurz, konkret und lässt sich in zehn Minuten lesen.
Die Fragen, die Google empfiehlt
- Kannst du mir Beispiele deiner früheren Arbeit zeigen und Erfolgsgeschichten nennen?
- Befolgst du die Google Search Essentials?
- Welche Ergebnisse erwartest du – und in welchem Zeitraum?
- Welche Erfahrung hast du in meiner Branche? Und mit meiner Region beziehungsweise mit internationalen Websites?
- Wie lange bist du schon tätig?
- Wie läuft die Kommunikation? Teilst du mir alle Änderungen mit, die du an meiner Website vornimmst?
Dazu die Empfehlung, darauf zu achten, ob echtes Interesse am Geschäft und an den Kunden erkennbar ist.
Die dritte und die letzte Frage sind die aufschlussreichsten. Wer auf „welche Ergebnisse in welchem Zeitraum“ mit einer Zahl antwortet, hat sich damit selbst disqualifiziert. Wer auf die Frage nach der Dokumentation ausweichend reagiert, wird sie auch später nicht liefern.
Die Warnsignale, die Google nennt
| Warnsignal | Warum es eines ist |
|---|---|
| Unaufgeforderte E-Mail-Angebote | Wer Kunden über Kaltakquise per Massenmail gewinnt, gewinnt sie nicht über Ergebnisse |
| Garantierte Platzierungen | Google: Niemand kann eine Platzierung auf Position 1 garantieren |
| Geheimhaltung der Methoden | Wer nicht erklären kann, was er tut, kann es meist nicht verantworten |
| Linkpopularitäts-Systeme | Verstößt gegen die Richtlinien zu Link-Spam |
| Anmeldung bei tausenden Suchmaschinen | Eine Leistung ohne Gegenwert, die es seit zwanzig Jahren nicht mehr braucht |
| Keine Auskunft über Änderungen am Server | Du haftest für deine Website, auch für fremde Eingriffe |
Das zweite Signal ist das wichtigste und das häufigste. Eine garantierte Platzierung ist entweder unmöglich oder bezieht sich auf einen Begriff, nach dem niemand sucht. Beides ist ein Grund, das Gespräch zu beenden.
Die vier Fragen, die bei Google fehlen
Googles Liste prüft Seriosität. Sie prüft nicht, ob die Zusammenarbeit funktionieren wird. Dafür braucht es vier weitere Fragen.
1. Wer macht die Arbeit?
Im Erstgespräch sitzt oft die überzeugendste Person am Tisch. Interessant ist, wer danach die Texte schreibt, die Technik prüft und das Reporting erstellt. Die Frage ist unangenehm und deshalb aussagekräftig.
2. Was muss ich selbst liefern?
Jedes ernsthafte SEO-Projekt braucht Zugang zu Fachwissen, zu Projektdaten, zu Kundenstimmen. Ein Dienstleister, der sagt „wir übernehmen alles“, produziert entweder austauschbare Inhalte oder rechnet insgeheim mit Mitarbeit, die nicht vereinbart wurde. Warum das so ist, steht in eigene Daten als Content-Grundlage.
3. Woran messen wir nach sechs Monaten?
Die Antwort sollte nicht „Rankings“ lauten und nicht „Sichtbarkeitsindex“. Sie sollte an etwas anknüpfen, das im Unternehmen zählt – Anfragen, Angebote, Umsatz aus organischem Zugang. Die Abwägung dazu steht in messbare Ziele.
4. Was passiert am Ende?
Wer besitzt die Zugänge, die Inhalte, die Dokumentation? Gibt es eine Übergabe? Ein Vertrag, bei dem nach der Kündigung die Analyse-Zugänge, die Texte auf einer fremden Plattform oder die Weiterleitungen verschwinden, ist eine Bindung, keine Dienstleistung.
Was im Erstgespräch passieren sollte
Ein gutes Erstgespräch besteht überwiegend aus Fragen des Dienstleisters – nach dem Geschäft, den Kunden, der Marge, den Engpässen im Vertrieb. Ein Gespräch, das nach fünf Minuten bei Keywords und Tool-Auswertungen angekommen ist, bleibt meist auch dort.
Ein Warnsignal, das in keiner Liste steht: wenn eine Auswertung vorgelegt wird, die offensichtlich automatisiert erzeugt wurde. Ein Bericht mit dreißig „kritischen Fehlern“, von denen zwanzig irrelevant sind, zeigt, dass ein Werkzeug gelaufen ist und niemand hingesehen hat. Was bei einer solchen Bestandsaufnahme tatsächlich zu prüfen wäre, steht in Content-Audit und SEO-Tools.
Die Gegenprobe
Bevor du jemanden beauftragst, lies die Fragen aus Googles Liste noch einmal – und stelle sie dir selbst. Was erwartest du, in welchem Zeitraum? Was kannst du beitragen? Woran würdest du Erfolg erkennen?
Wer diese drei Fragen nicht beantworten kann, wird auch mit einem guten Dienstleister unzufrieden sein – weil nie festgelegt war, woran Zufriedenheit gemessen werden soll. Die Vorarbeit dazu ist die eigene, nicht die fremde.
Zwei Dinge, die die Zusammenarbeit von Anfang an leichter machen: eine Vorstellung davon, was Leistungen dieser Art kosten – dazu SEO-Kosten – und ein gemeinsamer Blick in die Search Console, weil dort steht, was tatsächlich passiert. Wenn im Erstgespräch ein akuter Einbruch der Anlass ist, lohnt vorher die Diagnose aus Rankingverluste.
Häufige Fragen
Die Spanne ist groß und hängt vom Umfang ab. Wichtiger als die Höhe ist, was dafür geleistet wird und ob es nachvollziehbar dokumentiert wird. Die Orientierung dazu steht in einem eigenen Artikel zu SEO-Kosten.
Die Rechtsform sagt nichts über die Qualität. Entscheidend ist, wer tatsächlich arbeitet: Wer im Erstgespräch überzeugt, ist nicht immer die Person, die später die Texte schreibt. Diese Frage sollte man direkt stellen.
Nicht an Positionen, sondern an drei anderen Dingen: Sind die vereinbarten Arbeiten erledigt und dokumentiert? Sind die technischen Befunde abgearbeitet? Gibt es Inhalte, die vorher nicht existierten? Rankings kommen später, Arbeit ist sofort prüfbar.
Quellen
- Google Search Central: Do you need an SEO? (abgerufen am 30.09.2026)
- Google Search Central: Google Search Essentials (abgerufen am 30.09.2026)
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