Website & Technik

XML-Sitemap: Wofür sie gut ist und wofür nicht

Eine XML-Sitemap ist eine Liste der URLs einer Website, die Suchmaschinen beim Entdecken von Seiten hilft. Google bezeichnet das Einreichen ausdrücklich als Hinweis und garantiert weder Abruf noch Crawling. Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50 MB unkomprimiert oder 50.000 URLs umfassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google nennt die Sitemap einen Hinweis – sie erzwingt weder Crawling noch Indexierung.
  • Grenzen: 50 MB unkomprimiert oder 50.000 URLs je Datei, danach aufteilen.
  • changefreq und priority werden ignoriert; lastmod nur, solange der Wert ehrlich ist.
  • Die aufschlussreichste Zahl ist der Abstand zwischen gemeldeten und indexierten URLs.

Was eine Sitemap ist und was nicht

Eine XML-Sitemap ist eine Liste der URLs deiner Website, die du Google und anderen Suchmaschinen zur Verfügung stellst. Sie hilft beim Entdecken von Seiten.

Was sie nicht ist: eine Garantie. Google formuliert das in der eigenen Dokumentation deutlich – das Einreichen einer Sitemap sei lediglich ein Hinweis. Es sei damit nicht sichergestellt, dass Google die Sitemap herunterlädt oder für das Crawlen verwendet.

Diese Einordnung ist der Kern des Themas. Eine Sitemap löst kein Ranking-Problem, kein Qualitätsproblem und kein Indexierungsproblem. Sie sorgt dafür, dass Google von einer URL überhaupt erfährt.

Wer eine braucht – und wer nicht

SituationSitemap nötig?
Website mit einigen hundert Seiten, alle intern verlinktNützlich, aber nicht entscheidend
Neue Domain ohne externe LinksJa
Sehr großer SeitenbestandJa
Seiten, die intern schlecht verlinkt sindJa – besser wäre, die Verlinkung zu reparieren
Viele Bilder oder Videos als eigener KanalJa, als eigene Sitemap

Die vierte Zeile ist die wichtige: Eine Sitemap ist kein Ersatz für interne Verlinkung. Eine Seite, die nur in der Sitemap steht und auf die keine andere Seite verweist, wirkt unwichtig – weil sie es nach der Logik der Website auch ist. Siehe Interne Verlinkung.

Die harten Grenzen

Google nennt konkrete Werte: Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50 MB unkomprimiert oder 50.000 URLs enthalten. Wer darüber liegt, muss aufteilen und die Teildateien über eine Sitemap-Indexdatei zusammenfassen.

Für die allermeisten Unternehmenswebsites ist das kein Thema. WordPress-Erweiterungen teilen ohnehin automatisch auf – typischerweise nach Inhaltstyp, also Seiten, Beiträge und Kategorien getrennt.

Was hineingehört

Googles Regel ist einfach: nur URLs, die tatsächlich in den Suchergebnissen erscheinen sollen. Außerdem vollständige, absolute Adressen – keine relativen Pfade. Gibt es mehrere URLs mit identischem Inhalt, gehört nur die bevorzugte hinein.

Was daraus folgt, ist eine Ausschlussliste, die in der Praxis oft verletzt wird:

  • Keine weitergeleiteten URLs. Der häufigste Fehler nach einem Relaunch: Die Sitemap enthält noch die alten Adressen.
  • Keine Seiten mit noindex. Das ist ein direkter Widerspruch – du bittest um Aufnahme und verbietest sie gleichzeitig.
  • Keine nicht-kanonischen Varianten. Siehe Canonical-Tag.
  • Keine 404er. Klingt selbstverständlich und passiert regelmäßig bei gelöschten Beiträgen.
  • Keine Danke-, Login- oder Filterseiten.

Das Feld, um das zu viel Aufhebens gemacht wird

Eine Sitemap kann neben der URL vier optionale Angaben enthalten. Ihre Bedeutung ist sehr unterschiedlich:

AngabeWirkung
<loc> (die URL)Das einzig wirklich Wichtige
<lastmod>Wird beachtet – wenn der Wert stimmt
<changefreq>Wird ignoriert
<priority>Wird ignoriert

Zu lastmod gehört eine Warnung: Der Wert ist nur nützlich, solange er ehrlich ist. Systeme, die bei jedem nächtlichen Durchlauf das Datum aller Seiten aktualisieren, entwerten die Angabe – und Google hört dann auf, ihr zu glauben. Ein Datum gehört nur dann geändert, wenn sich am Inhalt tatsächlich etwas Wesentliches geändert hat.

Die beiden unteren Zeilen erklären, warum Diskussionen über Prioritätswerte verschwendete Zeit sind.

Einreichen und prüfen

  1. In der robots.txt eintragen: eine Zeile Sitemap: https://deine-domain.de/sitemap_index.xml. Damit finden alle Suchmaschinen sie, nicht nur Google.
  2. In der Search Console einreichen, unter „Sitemaps“. Dort steht danach, wie viele URLs erkannt wurden.
  3. Die Zahlen vergleichen. Das ist der eigentliche Nutzen.

Der Vergleich ist aufschlussreicher, als er klingt:

  • Sitemap meldet 200 URLs, indexiert sind 60. Kein Sitemap-Problem, sondern ein Inhaltsproblem. Siehe Indexierung.
  • Sitemap meldet 200, deine Website hat 90 Seiten. Dein System erzeugt URLs, von denen du nichts weißt – Filter, Anhänge, Archive.
  • Sitemap meldet Fehler beim Abruf. Meist eine Sperre in der robots.txt oder eine Schutzfunktion, die Crawler aussperrt.

Der Sonderfall WordPress

WordPress erzeugt seit Version 5.5 selbst eine Sitemap unter /wp-sitemap.xml. Die gängigen SEO-Erweiterungen bringen eine eigene mit, meist unter /sitemap_index.xml.

Beide gleichzeitig aktiv zu haben, ist unschön, aber kein Schaden – solange sie sich nicht widersprechen. Die Erweiterungen schalten die eingebaute Variante normalerweise ab. Prüfen lohnt sich trotzdem: Ruf beide Adressen einmal im Browser auf.

Häufig übersehen wird der Anhang-Bereich: WordPress legt für jedes hochgeladene Bild eine eigene Seite an. Landen die in der Sitemap, meldest du hunderte inhaltsleere Seiten zur Aufnahme an. Die meisten SEO-Erweiterungen bieten dafür einen Schalter.

Fazit

Eine Sitemap hilft beim Entdecken und sonst nichts. Sie ersetzt keine interne Verlinkung, verbessert keine Rankings und erzwingt keine Indexierung – Google bezeichnet sie ausdrücklich als Hinweis.

Ihr größter praktischer Wert liegt in einer Zahl: dem Abstand zwischen gemeldeten und indexierten URLs in der Search Console. Der sagt dir, ob du ein Entdeckungsproblem hast oder ein Qualitätsproblem – und das sind zwei völlig verschiedene Baustellen.

Häufige Fragen

Bei einer gut intern verlinkten Website mit einigen hundert Seiten ist sie nützlich, aber nicht entscheidend. Klar sinnvoll ist sie bei neuen Domains ohne externe Links, sehr großen Seitenbeständen und wenn Bilder oder Videos ein eigener Kanal sind.

Höchstens 50.000 URLs oder 50 MB unkomprimiert je Datei. Darüber muss aufgeteilt und über eine Sitemap-Indexdatei zusammengefasst werden – WordPress-Erweiterungen machen das automatisch.

Nein, Google wertet beide nicht aus. Auch lastmod wirkt nur, solange der Wert ehrlich ist: Systeme, die nachts pauschal alle Datumsangaben aktualisieren, entwerten die Angabe.

Das ist kein Sitemap-Problem. Google hat die Seiten gefunden und sich gegen die Aufnahme entschieden. Die Ursache steht im Seitenindexierungsbericht der Search Console und liegt fast immer beim Inhalt.

Quellen

  1. Google Search Central: Build and submit a sitemap (abgerufen am 23.09.2026)
  2. Google Search Console-Hilfe: Bericht zur Seitenindexierung (abgerufen am 23.09.2026)

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