Eine Leistungsseite braucht je Leistung eine eigene Seite und sollte sechs Fragen beantworten: für wen, was genau enthalten ist, wie es abläuft, was es kostet, welchen Aufwand es beim Kunden erzeugt und wann die Leistung nicht passt. Preisrahmen und Ablauf fehlen auf den meisten Seiten – und sind genau das, wonach die entscheidende Person sucht.
Leistungsseiten, die tatsächlich Aufträge bringen
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Seite je Leistung – „Unsere Leistungen" ist keine Suchanfrage.
- Wer keinen Preisrahmen nennt, überlässt die Schätzung dem Besucher, der nach oben schätzt.
- Der Zusatz „was wir von euch brauchen" nimmt die größte unausgesprochene Sorge im B2B.
- Viele Unternehmen haben keine Seite zu ihrer profitabelsten Leistung.
Die Seite, die den Auftrag bringt
Blogartikel bringen Reichweite, die Startseite bringt Orientierung – Aufträge bringen Leistungsseiten. Trotzdem sind sie auf den meisten Websites der am wenigsten bearbeitete Seitentyp: eine Übersicht mit fünf Kacheln, je drei Sätzen, und darunter ein Kontaktformular.
Das ist doppelt ungünstig. Es rankt nicht, weil keine der fünf Leistungen vollständig behandelt wird. Und es überzeugt nicht, weil niemand seine konkrete Frage beantwortet findet.
Die Grundregel: eine Seite je Leistung
Eine Leistungsseite, die eine Leistung vollständig erklärt, rankt zuverlässiger als eine Übersicht, die fünf anreißt. Der Grund ist derselbe wie überall: Google bewertet, ob eine Seite die Frage beantwortet, mit der jemand gesucht hat – und „Unsere Leistungen“ ist keine Frage.
Die Übersichtsseite behält dabei ihren Sinn, nur eine andere Aufgabe: Sie verteilt auf die Einzelseiten und bündelt sie thematisch. Siehe Interne Verlinkung.
Die Probe ist einfach: Lässt sich zu jeder deiner Leistungen eine Suchanfrage formulieren, die jemand tatsächlich eintippen würde? Dann braucht jede davon eine eigene Seite.
Der Aufbau
| Abschnitt | Beantwortet |
|---|---|
| Überschrift mit dem Leistungsbegriff | Bin ich hier richtig? |
| Ein Absatz: Für wen und wogegen | Ist das mein Problem? |
| Was genau enthalten ist | Was bekomme ich? |
| Ablauf in Schritten | Wie läuft das? |
| Preisrahmen und was ihn bestimmt | Was kostet es? |
| Dauer und was du beisteuern musst | Was kommt auf mich zu? |
| Ein Beleg | Können die das? |
| Wann diese Leistung nicht passt | Ist das ehrlich? |
| Nächster Schritt | Was jetzt? |
Die Zeilen fünf und sechs fehlen auf den meisten Leistungsseiten – und es sind genau die Fragen, die die Person stellt, die entscheidet.
Der Preis
Das häufigste Gegenargument lautet: „Das hängt vom Projekt ab.“ Das stimmt und ist trotzdem kein Grund zu schweigen.
Wer keine Angabe macht, überlässt die Schätzung dem Besucher – und der schätzt nach oben und vergleicht woanders weiter. Drei Formen, die auch bei variablen Preisen funktionieren:
- Ab-Preis mit Bedingung. „Ab 1.500 € für Websites bis 30 Unterseiten.“
- Spanne mit den Faktoren. „Zwischen 2.000 und 6.000 €, abhängig von Seitenumfang, Wettbewerb und dem Anteil, den ihr selbst übernehmt.“
- Beispielrechnung. Ein typisches Projekt mit Umfang und Preis, ausdrücklich als Beispiel gekennzeichnet.
Ausführlicher zu den Faktoren: Was kostet SEO.
Der Ablauf
Drei bis fünf Schritte, mit Zeitangabe und mit dem, was du vom Kunden brauchst. Das nimmt die größte unausgesprochene Sorge im B2B: nicht der Preis, sondern der Aufwand auf der eigenen Seite.
Ein Beispiel für die Form:
- Erstgespräch, 30 Minuten. Ihr schildert die Ausgangslage, wir klären, ob es passt.
- Bestandsaufnahme, 1–2 Wochen. Wir brauchen Zugriff auf Search Console und Website.
- Maßnahmenplan, 1 Woche. Priorisierte Liste, ihr entscheidet über den Umfang.
- Umsetzung, laufend. Monatlicher Bericht, Ansprechpartner bei euch für Rückfragen.
Der Zusatz „was wir von euch brauchen“ ist der Teil, der Vertrauen schafft, weil er ehrlich ist.
Was die Seite nicht tun sollte
- Die Methode erklären statt das Ergebnis. Niemand kauft eine Keyword-Analyse. Menschen kaufen Anfragen.
- Alle Zielgruppen gleichzeitig ansprechen. „Für Startups, Mittelstand und Konzerne“ heißt: für niemanden geschrieben.
- Zertifikate ohne Kontext zeigen. Ein Logo ist kein Beleg, ein Link zum Aussteller schon.
- Auf einen Blogartikel verlinken statt zum Kontakt. Wer hier ist, ist weiter als der Blog.
- Das Kontaktformular ans Seitenende verbannen. Mehrere Einstiege im Text, nicht einer unten. Siehe Landingpages.
Die Seite, die fast immer fehlt
Ein eigener Hinweis, weil es so regelmäßig vorkommt: Viele Unternehmen haben keine Seite zu ihrer profitabelsten Leistung.
Der Grund ist meist historisch – das Angebot ist aus der Praxis entstanden, nicht aus der Website. Es wird im Gespräch verkauft und steht nirgends. Die Prüfung dauert zehn Minuten: Liste deine Umsätze der letzten zwölf Monate nach Leistung, und daneben die passende URL. Wo die Spalte leer bleibt, liegt die Arbeit.
Und die KI-Sichtbarkeit
Leistungsseiten sind für KI-Antworten relevanter, als man vermuten würde. Semrush hat ausgewertet, dass ChatGPT rund die Hälfte seiner Quellen aus Unternehmens- und Dienstleisterwebsites zieht (2025) – also aus Seiten wie diesen.
Was dort zitierfähig macht, ist dasselbe wie überall: eine klare Definition der Leistung, konkrete Angaben zu Umfang und Ablauf, belegte Zahlen. Eine Seite, die in Adjektiven beschreibt, was sie anbietet, liefert nichts zum Übernehmen. Siehe Generative Engine Optimization.
Fazit
Eine Leistungsseite je Leistung, und jede beantwortet die sechs Fragen, die ein Interessent ohnehin stellt – einschließlich der beiden, die die meisten auslassen: was es kostet und wie es abläuft.
Der lohnendste erste Schritt ist dabei kein Text, sondern eine Liste: Welche Leistung bringt den meisten Umsatz, und gibt es dafür überhaupt eine Seite? Erstaunlich oft lautet die Antwort nein.
Häufige Fragen
Wenn sich zu einer Leistung eine Suchanfrage formulieren lässt, die jemand tatsächlich eintippen würde, dann ja. Eine Übersichtsseite behält ihren Sinn als Verteiler, rankt aber selbst kaum, weil sie keine einzelne Frage vollständig beantwortet.
In den meisten Fällen ja – als Ab-Preis mit Bedingung, als Spanne mit den bestimmenden Faktoren oder als gekennzeichnete Beispielrechnung. Schweigen führt dazu, dass Besucher selbst schätzen, und zwar nach oben.
Drei bis fünf Schritte mit Zeitangabe und jeweils dem, was du vom Kunden brauchst. Gerade der letzte Teil wirkt, weil er die häufigste unausgesprochene Sorge adressiert: den eigenen Aufwand.
Weil es unpassende Anfragen herausfiltert und alles Übrige glaubwürdiger macht. Eine Seite, auf der jede Konstellation als ideal beschrieben wird, liest sich wie Werbung – was sie dann auch ist.
Quellen
- Google Search Central: Creating helpful, reliable, people-first content (abgerufen am 23.09.2026)
- Semrush: AI SEO Statistics (abgerufen am 23.09.2026)
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