Google hat das FAQ-Rich-Result abgeschaltet und die Dokumentation zum FAQPage-Markup entfernt. FAQ-Auszeichnung bringt in der Google-Suche damit keine zusätzliche Fläche mehr. Gute FAQ-Abschnitte lohnen sich weiter – aber nur dort, wo Menschen die Frage wirklich stellen, nicht als Pflichtblock unter jedem Text.
FAQ-Seiten 2026: Das Rich Result ist weg – was jetzt noch zählt
Das Wichtigste in Kürze
- Das FAQ-Rich-Result erscheint laut Googles Changelog seit dem 7. Mai 2026 nicht mehr; die Dokumentation zum FAQPage-Markup wurde entfernt.
- Nicht unterstützte strukturierte Daten werden von Google ignoriert, nicht abgestraft – das Markup kann bleiben.
- Der Grund, FAQ zu schreiben, ist damit wieder der ursprüngliche: echte Fragen beantworten.
- FAQ-Blöcke ohne Nachfrage sind jetzt reiner Ballast – sie kosten Lesezeit und verwässern die Seite.
Jahrelang war die FAQ am Seitenende ein verlässlicher Deal: ein paar Fragen auszeichnen, dafür in den Suchergebnissen doppelt so viel Platz bekommen. Dieser Deal existiert nicht mehr. Google hat das FAQ-Rich-Result abgeschaltet und die zugehörige Dokumentation aus dem Search-Central-Handbuch entfernt – laut Changelog erscheint die Darstellung seit dem 7. Mai 2026 nicht mehr in den Suchergebnissen.
Damit fällt der Grund weg, aus dem die meisten FAQ-Blöcke überhaupt existieren. Was bleibt, ist die Frage, die vorher niemand stellen musste: Braucht diese Seite wirklich eine FAQ?
Was genau weggefallen ist
Betroffen ist die Darstellung, nicht die Auszeichnung. Das Markup FAQPage ist weiterhin gültiges schema.org-Vokabular. Google wertet es nur nicht mehr für eine besondere Anzeige aus. Nach Googles allgemeinen Richtlinien für strukturierte Daten werden nicht unterstützte Typen ignoriert – sie führen nicht zu einer Abwertung. Wer FAQ-Markup ausliefert, muss also nichts überstürzt zurückbauen.
Praktisch heißt das: Der Aufwand für FAQ-Auszeichnung hat keinen direkten Gegenwert in der Google-Suche mehr. Wer ein Plugin einsetzt, das FAQ-Schema automatisch über jede Seite legt, hat jetzt ein Feature ohne Zweck im Einsatz.
Vorher und nachher
| Was FAQ-Markup leistete | Status heute |
|---|---|
| Zusätzliche Zeilen im Suchergebnis (aufklappbare Fragen) | Entfällt |
| Mehr Fläche gegenüber Wettbewerbern auf derselben Position | Entfällt |
| Maschinenlesbare Trennung von Frage und Antwort | Bleibt – für beliebige Konsumenten des Markups |
| Anlass, echte Kundenfragen sauber zu beantworten | Bleibt – und ist jetzt der einzige Grund |
Welche FAQ-Blöcke du jetzt streichen solltest
Ein großer Teil der FAQ-Abschnitte im deutschen Web wurde nie für Leser geschrieben. Die Erkennungsmerkmale sind eindeutig:
- Die Frage wiederholt die Überschrift. „Was ist eine Leistungsseite?“ unter einem Artikel mit dem Titel „Leistungsseiten“ beantwortet nichts, was oben nicht schon stand.
- Die Antwort ist eine Zusammenfassung des Textes. Dann gehört sie nach oben, nicht nach unten.
- Die Fragen stammen aus einem Keyword-Tool. „Was kostet X?“ ohne Preisangabe in der Antwort ist eine unbeantwortete Frage mit Fragezeichen.
- Jede Seite hat denselben Block. Ein Hinweis darauf, dass die FAQ eine Vorlage ist, keine Antwort.
Diese Blöcke waren schon vorher nur für das Rich Result da. Ohne Rich Result sind sie Text, den niemand liest, auf Platz, der besser genutzt wäre.
Wofür sich FAQ weiterhin lohnt
Es gibt drei Fälle, in denen ein Frage-Antwort-Abschnitt weiterhin die beste Form ist:
1. Fragen, die den Kauf blockieren
Auf einer Leistungsseite sind das die Einwände, die im Verkaufsgespräch immer kommen: Mindestlaufzeit, was passiert bei Unzufriedenheit, wer ist der Ansprechpartner, wie lange dauert es. Diese Fragen gehören nicht in den Fließtext, weil sie die Argumentation unterbrechen würden – aber sie müssen beantwortbar sein, bevor jemand das Kontaktformular ausfüllt.
2. Abgrenzungen, die immer wieder verwechselt werden
Wenn zwei Begriffe regelmäßig durcheinandergehen, ist die direkte Gegenfrage die klarste Form – etwa die Unterscheidung zwischen einer Citation und einer redaktionellen Markenerwähnung. Ein Absatz im Fließtext leistet dasselbe, aber die Frageform macht sie auffindbar.
3. Randfälle, die nicht jeden betreffen
Sonderfälle, Ausnahmen, „gilt das auch für …“ – Inhalte, die für zehn Prozent der Leser entscheidend und für die anderen neunzig Ablenkung sind. Genau dafür ist ein aufklappbarer Block gemacht.
Woher die Fragen kommen sollten
Die brauchbarsten Quellen liegen außerhalb der SEO-Tools:
- Der eigene Posteingang. Jede Rückfrage, die eine Anfrage verzögert hat, ist eine FAQ-Frage.
- Die Search Console. Suchanfragen mit Fragewörtern, über die bereits Impressionen kommen, zeigen, was Menschen in deinem Kontext tatsächlich eingeben.
- Verkaufs- und Supportgespräche. Wer die immer gleiche Erklärung zum dritten Mal gibt, hat eine FAQ gefunden.
- Die Rückfragen, die auf eine Antwort folgen. Die zweite Frage ist meist die interessantere.
Und die Sichtbarkeit in KI-Systemen?
Die naheliegende Hoffnung: Was Google nicht mehr auszeichnet, hilft vielleicht bei ChatGPT, Perplexity und den AI Overviews. Dafür gibt es keine Bestätigung eines Anbieters, und ich würde darauf keine Content-Strategie bauen.
Was sich begründen lässt: Eine präzise gestellte Frage mit einer kurzen, für sich stehenden Antwort ist leichter aus einem Text herauszulösen als derselbe Inhalt, verteilt über vier Absätze. Dieses Prinzip gilt aber für jede gute Textstruktur – die Frageform ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, es umzusetzen. Wer für generative Suchsysteme optimieren will, gewinnt mehr über klare Zwischenüberschriften und belegte Aussagen als über ein Auszeichnungsformat.
Was das für bestehende Seiten heißt
- Nichts panisch entfernen. Vorhandenes FAQ-Markup schadet nicht.
- Automatische Ausspielung abschalten. Wenn ein Plugin FAQ-Schema über alle Seiten legt, ist das jetzt Overhead ohne Nutzen.
- FAQ-Blöcke durchgehen. Jede Frage, die niemand gestellt hat, löschen. Jede Antwort, die den Text oberhalb wiederholt, löschen.
- Erwartungen korrigieren. Wenn in Reportings ein Rückgang der Klickrate auf betroffenen Seiten sichtbar wird, ist die Ursache der Wegfall der Darstellung – nicht ein Ranking-Verlust. Ein Blick auf die Positionen in der Search Console trennt beides.
Der Wegfall ist Teil eines größeren Musters: Google baut Auszeichnungsformate ab, die vor allem Fläche verschafft haben, und behält die, die einen Sachverhalt beschreiben. Wer strukturierte Daten als Beschreibung der eigenen Inhalte versteht statt als Hebel für mehr Platz im Suchergebnis, ist von solchen Änderungen kaum betroffen.
Häufige Fragen
Nicht zwingend. Google ignoriert nicht unterstützte Typen, ein Risiko entsteht dadurch nicht. Das Markup bleibt gültiges schema.org und liefert anderen Systemen ein sauber getrenntes Frage-Antwort-Paar. Entfernen lohnt nur, wenn es über ein Plugin mit spürbarem Overhead ausgeliefert wird.
Es gibt dafür keine Bestätigung eines Anbieters. Plausibel ist, dass eine klar formulierte Frage mit einer kurzen, eigenständigen Antwort leichter zu zitieren ist als derselbe Inhalt im Fließtext – das gilt aber für jede gute Zwischenüberschrift ebenso.
So viele, wie tatsächlich gestellt werden. Drei echte Fragen sind besser als zwölf erfundene. Als Quelle taugen Kundenmails, Suchanfragen in der Search Console und die Rückfragen aus Verkaufsgesprächen.
Quellen
- Google Search Central: FAQPage structured data (Dokumentation entfernt, Changelog-Hinweis) (abgerufen am 28.09.2026)
- Google Search Central: Structured data general guidelines (abgerufen am 28.09.2026)
Lass uns dreißig Minuten über deine Sichtbarkeit sprechen
Kostenlos, unverbindlich, und mit einer ehrlichen Einschätzung - auch wenn die lautet, dass du mich gerade nicht brauchst.
Erstgespräch vereinbaren